Kirchen

Das Gebiet Logudoro Goceano ist durch eine hohe Anzahl an Kirchen charakterisiert, die sowohl in den bewohnten Zentren, als auch auf dem dünner besiedelten Land eine wichtige Stellung inne haben. Zum Teil werden sie als „Landkirchen“ bezeichnet, auch wenn sie einstmals zu wichtigen Siedlungen gehörten, die nach dem Mittelalter verlassen wurden.
Von den sonnigen Anhöhen aus kann man die weiten Horizonte halb Sardiniens überblicken. Zum Beispiel in S. Enoch und S. Elia auf dem Monte Santu von Siligo oder bei der Kirche Nostra Signora di Arana in Bonnanaro.
Aus dem Mittelalter stammen zum Beispiel die wunderschöne kleine Kirche S. Nicolò di Trullas in Semestene, die von antiken Häuserresten umgeben ist, sowie die Kirche S. Lorenzo in Rebeccu bei Bonorva.
Die Präsenz der Zisterziensermönche in Sardinien wird durch die herrliche Kirche Nostra Signora di Coros auf dem Kommunalgebiet von Ittiri bezeugt. Sie ist im romanischen Stil erbaut, weist aber auch gotische Elemente, wie Spitzbögen, auf. Der Ort, an dem sie errichtet wurde, eignet sich aufgrund seiner Umgebung besonders gut für ein kontemplatives Leben. Die Kirche San Pietro di Sorres in der Nähe von Borutta war einst Kathedrale der Diözese von Sorres und ist heute ein Benediktinerkloster. Ganz aus weißem Kalkstein ist die spätbyzantinische Kirche S. Maria Iscalas in Cossoine errichtet. Aus der spätrömischen Epoche (7.-9. Jh.) stammt die einzigartige Kirche S. Maria di Bubalis oder Mesumundu bei Siligo. Die Kirche San Saturnino in Bultei wurde im romanischen Stil auf den Mauern eines Nuraghen errichtet. In der Nähe lag die einstige römische Stadt Lesa.
In diesem Gebiet finden sich auch mehrere Beispiele für Kirchen im gotisch-katalanischen Stil, wie S. Giulia in Padria, S. Vittoria in Thiesi, S. Andrea in Giave, S. Gabriele in Cheremule und S. Chiara in Cossoine, die in einer speziellen Tour beschrieben werden.
Eines der seltenen Beispiele für Rokoko-Architektur bildet die Wallfahrtsstätte Nostra Signora di Bonuighinu in der Nähe der Burg von Bonvehì, einige Kilometer von Mara entfernt.
Jedes Zentrum birgt aber auch eine große Anzahl an weniger bekannten Kirchen, die mit unerwarteten Überraschungen aufwarten, wie die fein dekorierten Holzaltare oder die zahlreichen Gemälde zum Schmuck der antiken Gemäuer. Interessant ist auch die im modernen Stil errichtete, neue Wallfahrtsstätte beim Kloster S. Salvatore in Bonorva, wo sowohl bei der Konstruktion, als auch bei der Einrichtung vor allem Holz als Material verwendet wurde.