Typische Spezialitäten

Die Küche von Logudoro Goceano zeichnet sich durch Schlichtheit und absolute Natürlichkeit aus, weit entfernt von verkünstelten Übertreibungen. Da ein großes Augenmerk auf der Wahrung alter Traditionen liegt, ist sie zudem äußerst schmackhaft.
Die Rezepte der einzelnen Gerichte werden oft nur auf mündliche Weise überliefert und beziehen stets die Natur mit ein, da sie eng an die Jahreszeiten gebunden sind. Geduldig wartet man ab, bis sich die Produkte ausschließlich nach den von der Natur vorgegebenen Rhythmen entwickeln. Während der Reifezeit ist die Luft der große Protagonist: vor allem Salami und Käse werden von dem Duft des Meeres und der mediterranen Essenzen durchdrungen, die der Mistral heranweht und somit ein typisches Gemisch aus Aromen und Gerüchen entstehen lässt.
Die Natürlichkeit der Speisen ist das Resultat der Durchdringung von Kultur und Umwelt.
Inzwischen gibt es zahlreiche Bäcker, Käse- und Wursthersteller, Winzer, Ölbauern und Fleischer, die auf diese Weise arbeiten.
Auch Gaststätten, Hotels, Agriturismen und Bed & Breakfast nehmen immer häufiger auf diese Traditionen Bezug.
Neben den „offiziellen“ Herstellern gibt es in jedem Ort auch kleine Betriebe, die Wert auf soziale Beziehungen legen. Die Dorffeste bieten einen willkommenen Anlass, Leute und typische Erzeugnisse kennenzulernen.
Was die regionalen Spezialitäten in Logudoro Goceano betrifft, kommt dem Käse eine absolute Hauptrolle zu: jede Käseform erzählt die Geschichte einer in langen Jahren gewachsenen, allgemein anerkannten und geschätzten Kunst der Käseherstellung. Unter den hervorragenden Betrieben sind vor allem die Käsereien von Thiesi, Ittiri, Villanova, Pozzomaggiore, Bonorva und Anela zu nennen.
Das Gebiet Logudoro Goceano birgt jedoch noch viele weitere Schätze, die es zu entdecken gilt: Der „Pecorino“ (Schafskäse) und „Ricotta“ (Molkenkäse) aus Osilo zum Beispiel, deren Besonderheit, ebenso wie beim „Pecorino“ aus Nule darin besteht, dass für ihre Herstellung Rohmilch verarbeitet wird.
Feinschmecker sollten unbedingt den „Fresa“-Käse kosten, der an seiner typischen, abgeflachten Form zu erkennen ist und vor allem im Herbst gegessen wird.
Neben den Viehherden finden sich auf den Weiden im Logudoro Goceano oft auch wild lebende Schweine, deren zartes Fleisch sich auf vielerlei Weise verarbeiten lässt.
Die Bratwurst ist die Königin der Würste: sie wird entweder einfach mit Salz und Pfeffer oder mit einem guten Wein , Fenchelsamen und durchwachsenem Speck zubereitet.
In den Weinbergen werden qualitativ hochwertige Weine für anspruchsvolle Gaumen hergestellt. Im Dunkel antiker Kellereien werden verfeinerte Methoden der Weinherstellung angewandt; hier werden die körperreichen und robusten Rotweine Cannonau und Cagnulari gereift und ausgebaut; der weiße Vermentino ist feiner und fruchtiger, während das intensive Bouquet des Arvesiniadu hervorragend zu den typischen Süßspeisen der Gegend passt.
Am Ende jeder Mahlzeit darf der König der Liköre nicht fehlen: der „Mirto“ ist ein Symbol für die außerordentliche Gastlichkeit dieser Region.
Das hiesige extranative Olivenöl ist ein essentieller Bestandteil der Mittelmeerdiät und verfügt über zahlreiche Inhaltsstoffe mit äußerst gesunder Wirkung. Das in Ittiri hergestellte Öl zeichnet sich durch einen absolut niedrigen Säuregehalt aus, wobei die Olivenöle des gesamten Gebiets von ausgezeichneter Qualität sind.
Mehr als durch alles andere sind jedoch sowohl Festessen, als auch einfache Mahlzeiten in diesem nordwestlichen Teil Sardiniens durch das Brot charakterisiert. Für die Sarden ist es seit jeher Inbegriff von natürlicher Schlichtheit, und seine einfache Form ist Ausdruck des authentischen Charakters der Menschen. In vielen Häusern gibt heute noch den – beinahe heiligen – Brauch, das Brot im Holzofen zu backen, was stets Aufgabe der Frauen ist: zum einen das „Carasau“, das sich zunächst aufbläht und später als dünne, knusprige Blätter verspeist wird. Die Variante des „Guttiau“ erzählt von den Wanderhirten, die oft für lange Zeit weit weg von zu Hause bleiben mussten. Das “Su Zichi” aus Bonorva ist nicht so dünn wie das „Carasau“ und wird ebenfalls in zwei Versionen hergstellt: eine harte Form, die für die Zubereitung einer unglaublichen Vielfalt von ersten Menügängen verwendet wird und eine zweite Version, die als Brot verzehrt wird.
Dank der großen Flächen mediterraner Macchia wird in Logudoro Goceano ein erstklassiger Honig hergestellt: charakteristisch die Geschmacksrichtungen Affodil, Distel und Orangenblüten; der Erdbeerbaum verleiht eine unverwechselbare, leicht bittere Note.
Die vielfältigen Geschmacksnoten und Farben finden ihren höchsten Ausdruck in köstlichen Süßspeisen und Gebäck: neben den „Seadas“ bringt die unübertreffliche weibliche Backkunst auch „Tiriccas“, „Pirichittos“, „Papassinos“, „Copulettas“, „Casadinas“ und „Muntogadas“ hervor. Die dabei angewandte Sorgfalt bezieht sich nicht nur auf die Auswahl bester Zutaten, sondern erreicht auch künstlerisches Niveau, z.B. in den besonderen Ausprägungen anlässlich der wichtigsten religiösen Feste, wie Ostern und Allerheiligen oder der großen Karnevalsfesten.
Zu wichtigen Anlässen und Feiern werden außerdem besondere erste Menügänge zubereitet, wie „Ravioli“ (mit Käse oder Ricotta gefüllt) oder ein spezielles Glücksbringerbrot, wie das „Pan’e iscadda“ (bei Hochzeiten).

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